Der Wind von Uluwatu und die Flammen am Rande der Klippe
Nach einer langen Reise von Amed bis in die Region Uluwatu kam ich schließlich spät in der Nacht in meiner Unterkunft an. Die Müdigkeit und der Hunger, die sich auf dem langen Weg angesammelt hatten, überfielen mich auf einmal. Um meinen erschöpften Körper zu beruhigen, bestellte ich über GrabFood ein Gericht mit frittiertem Fisch und Reis. Der Fisch kam knusprig frittiert auf einem Bananenblatt zusammen mit den Gewürzen an. Als ich den frisch gekochten Reis mit den salzigen und scharfen Gewürzen vermischte und das Fischfleisch darauflegte, entfuhr mir unwillkürlich ein Seufzer des Entzückens. Es war ein perfekter Seelenschmeichler, der die Strapazen der langen Fahrt auf einen Schlag wegwischte.

Balis kühler Wind im August und eine Rollertour in den Süden
Am nächsten Morgen ging ich hinauf auf das Dach der Unterkunft. Auf der Dachterrasse standen ordentliche Rattan-Sofas und weiche Kissen bereit – ideal, um sich hinzulegen und auszuruhen. Ich verbrachte eine entspannte Zeit damit, im Liegen YouTube zu schauen oder die Drohne steigen zu lassen, um die umliegende Landschaft festzuhalten. Es war erstaunlich, dass im August auf Bali, solange man sich im Schatten aufhielt, selbst ohne Klimaanlage ein kühler und angenehmer Wind wehte, was die ganze Zeit über für gute Laune sorgte.

Am Nachmittag mietete ich einen Roller, um zum Strand von Pandawa zu fahren. Auf dem Weg zum Strand gab es ein bekanntes lokales Restaurant, an dem ich anhielt. Sobald ich einen Löffel der Suppe probierte, stieg ein vertrauter und willkommener Geschmack in mir auf. Er ähnelte haargenau dem scharfen und erfrischenden Geschmack der Kabeljausuppe (Dongtae-tang), die ich in Korea gegessen hatte, sodass ich die Suppe ununterbrochen löffelte.


Da ich Rendang, das traditionelle indonesische Fleischgericht, noch nicht probiert hatte, bestellte ich auch ein Nasi Goreng mit Rendang. Mein Reisebegleiter probierte einen Bissen und meinte enttäuscht: „Rendang schmeckt gar nicht so gut, wie ich dachte.“ Als ich es selbst probierte, war die Textur des lang geschmorten Fleisches etwas trocken und zäh, sodass es nicht ganz den Erwartungen entsprach, aber es war völlig ausreichend, um sich den Bauch vollzuschlagen.
Ein riesiger Wald der Mythen: Der Tempel Garuda Wisnu Kencana
Als ich das Restaurant verließ, fiel mir in der Ferne die Silhouette einer riesigen Statue auf, die hoch in den Himmel ragte. Aus Neugier schwang ich mich direkt nach dem Essen auf den Roller und fuhr in Richtung der Statue. Der Ort, den ich aufsuchte, war der Garuda-Wisnu-Kencana-Kulturpark. Je näher ich kam, desto sprachloser machte mich die schiere, überwältigende Größe des Bauwerks vor dem blauen Himmel.

Als ich den Weg entlangging, der von steilen Felsklippen gesäumt war, füllte sich mein Blickfeld mit den prächtigen Statuen von Garuda und dem Gott Wisnu in verschiedenen Facetten. Der Anblick der Statue, wie sie in der Ferne zwischen den Spalten der riesigen Steinberge emporragte, bot ein einzigartiges Schauspiel.



Ich spazierte an den kunstvoll gemeißelten mythologischen Figuren vorbei, darunter der Kopf von Garuda und der Oberkörper des Gottes Wisnu. Als ich unter der heißen Sonne den Tempel verließ, gönnte ich mir einen Bissen von einem kühlen Gelato. Dank der erfrischenden Kühle, die sich in meinem Mund ausbreitete, war die Hitze sofort verflogen.

Vorbei an den Klippen zum Pandawa Beach und dem Sonnenuntergang von Uluwatu
Nachdem ich mich mit dem Gelato abgekühlt hatte, erreichte ich den Pandawa Beach, mein eigentliches Ziel für heute. Als ich mich dem Eingang näherte, zog der Anblick des direkt in die Felswand gemeißelten Schriftzugs „PANTAI PANDAWA“ meine Aufmerksamkeit auf sich.


Als ich zum Strand hinunterging, sah ich Menschen beim Kanufahren und Gruppen, die am Wasser entlangschlenderten. Da ich mich nicht auf ein Bad im Meer vorbereitet hatte, begnügte ich mich damit, den Blick auf das weite Meer schweifen zu lassen und am Strand entlangzugehen. Der Strand selbst war unendlich breit, aber vor allem die riesigen, majestätischen Klippen, die sich wie ein Wandschirm auf beiden Seiten des Zufahrtswegs erhoben, hinterließen einen tiefen Eindruck bei mir.
Nachdem ich das Meer am Pandawa Beach in mich aufgesaugt hatte, machte ich mich auf den Weg zum Uluwatu-Tempel, der ganz in der Nähe meiner Unterkunft lag. Als die Zeit des Sonnenuntergangs am am Rande der Klippe gelegenen Uluwatu-Tempel nahte, begann sich der Horizont in ein sanftes Rot zu hüllen. Das Zusammenspiel aus den steilen Klippen, den heranrollenden Wellen und dem rot glühenden Himmel war wunderschön.

Das Echo der Urzeit am Rande der Klippe: Der Kecak-Tanz
Der Hauptgrund für meinen Besuch des Uluwatu-Tempels war der Kecak-Tanz. Nach sage und schreibe eineinhalb Stunden Wartezeit in der Schlange durfte ich endlich das Open-Air-Theater betreten. Ich suchte mir einen Platz inmitten der vielen Zuschauer und wartete auf den Beginn der Vorstellung. Als es anfing und ich die Bewegungen und den Rhythmus der Tänzer sah, dachte ich zuerst: „Hm, was ist das denn? Wirkt irgendwie ein bisschen ungeschickt...“ Doch mit der Zeit und dem Fortschreiten des Stücks steigerte sich die Atmosphäre zu einer wilden und leidenschaftlichen Intensität.

Als Dutzende von Tänzern im Chor um die in der Mitte entzündeten Flammen riefen und die Bühne zum Beben brachten, bekam ich eine Gänsehaut. Die traditionelle Aufführung unter dem Nachthimmel an diesem besonderen Ort – einer steilen Meeresklippe – gab mir das seltsame und intensive Gefühl, mich inmitten eines schamanischen Rituals aus längst vergangener Urzeit zu befinden. Es war das unvergessliche Highlight meiner Reise durch den Süden Balis, für das sich das anderthalbstündige Warten absolut gelohnt hatte.
