Arbeiten mit Blick aufs Meer auf einer Insel ohne Motorengeräusche
Als letzte Station meiner Indonesien-Reise wählte ich Gili Air, die ruhigste der drei Gili-Inseln, die sich hervorragend zum Schnorcheln eignet. Ich wollte hier meine Reise abschließen, mich konzentriert der Arbeit widmen und gleichzeitig tief entspannen. Während die Fahrt durch kurvige Bergstraßen in Richtung Anlegestelle ging, blickte ich durch die sonnendurchflutete Windschutzscheibe auf den Weg vor mir, und eine leise Vorfreude machte sich in mir breit.

Als wir an der Anlegestelle ankamen, lag ein großes Boot ruhig auf dem türkisfarbenen Wasser, das so glasklar war, dass man bis auf den Grund sehen konnte. Der Moment kurz vor dem Betreten eines Bootes lässt mein Herz immer höher schlagen. Denn wenn ich von diesem Boot steige, wird sich mir eine andere Welt offenbaren, die ich noch nicht gesehen habe, und ein unbekanntes Land wartet auf mich.

Als das Boot die Wellen durchschnitt und wir auf Gili Air landeten, fielen mir als Erstes die Pferdekutschen auf. Ähnlich wie die, die ich in Yogyakarta gesehen hatte, warteten sie in einer Reihe auf Gäste. Gili Air ist eine Insel, auf der motorisierte Fahrzeuge, die Abgase ausstoßen, verboten sind. Daher sind die einzigen Fortbewegungsmittel hier Fahrräder, Elektroroller und die eigenen Füße. Das Klappern der Hufe und das Rauschen des Windes prägten den ersten Eindruck der Insel.

Ich machte mich auf den Weg zu meiner Unterkunft im Inneren der Insel. Es war eine Poolvilla, die ich für den stolzen Preis von 120.000 Won pro Nacht inklusive Frühstück gebucht hatte. In dieser gemütlichen Unterkunft mit privatem Pool wollte ich für fünf Nächte bleiben. Bei dem Gedanken, hier zu arbeiten, nach Herzenslust zu schwimmen und einfach mal faul zu sein und gar nichts zu tun, musste ich unwillkürlich lächeln.

Da ich später als erwartet auf der Insel ankam, stellte ich mein Gepäck nur kurz ab und machte mich sofort auf die Suche nach etwas zu essen. Ich bestellte eine Suppe mit einem tiefen, kräftigen Geschmack, der an eine koreanische Rippchensuppe erinnerte, und Nasi Goreng mit einem Spiegelei darauf. Als ich so darüber nachdachte, war dies meine erste Mahlzeit des Tages. In dem Moment, als die warme Brühe und das Essen meinen Magen erreichten, spürte ich förmlich, wie sich die Wärme in jeder Zelle meines Körpers ausbreitete.

Ein Arbeitsplatz am Meer: der Alltag eines digitalen Nomaden
Am nächsten Morgen bestellte ich das Frühstück über den Messenger, und kurz darauf brachte ein Mitarbeiter das liebevoll zubereitete Frühstück an den Tisch meiner Poolvilla. Es gab frische tropische Früchte, goldbraun getoastetes Brot, Wassermelonensaft und Kaffee. Das Leben eines digitalen Nomaden, der in einer Poolvilla arbeitet, war lange Zeit ein Traum von mir gewesen. Dass er sich nun so einfach erfüllte, gab mir fast ein kleines schlechtes Gewissen.

Nach dem Essen machte ich einen kleinen Spaziergang durch das Dorf. Gili Air hat sich den Charme eines gemütlichen und vertrauten ländlichen Dorfes bewahrt. Als ich langsam die Straße entlangging, sah ich im Schatten zwei Hühner eng aneinandergeschmiegt auf einem Rohr sitzen. Ein einfaches, aber friedliches Bild des Alltags.

Es gibt auch sehr viele Katzen auf der Insel. Als ich in einen Baum mit rosafarbenen Frangipani-Blüten hinaufblickte, trafen sich meine Augen mit denen einer Katze, die es sich zwischen den Ästen gemütlich gemacht hatte und zu mir hinunterschaute. Gili Air ist die perfekte Insel, um einfach nur solche Szenen zu betrachten und die Seele baumeln zu lassen, ohne sich mit Aktivitäten zu stressen.

Zum Mittagessen ging ich in ein kleines Restaurant namens „Curry Corner Gili Air“. Das Essen dort war so fantastisch, dass ich während meines Aufenthalts auf der Insel gleich dreimal dort war. Jedes Gericht mit dem intensiven Curry, knusprigem Krupuk und warmem Reis war einfach köstlich. Es war sofort verständlich, warum das Restaurant zu den Essenszeiten immer bis auf den letzten Platz besetzt war.

Nach dem Mittagessen ging ich zu einem Coworking Space direkt am Strand. Mit Blick auf das smaragdgrüne Meer vor dem Fenster und die blauen Berge von Lombok auf der gegenüberliegenden Seite arbeitete ich an meinem Laptop. Es erfüllte mich mit tiefer Freude, mit einer solchen Kulisse arbeiten zu können.

Als ich nach der Arbeit am Strand entlangging, hörte ich ein angenehmes, leises Klappern im Wind. Ich sah mich um und entdeckte ein hübsches Schild aus Holzstücken, Muscheln und Schneckenhäusern, das an Fäden im Wind baumelte. Die Naturgeräusche und dieser liebevolle Anblick brachten mich dazu, kurz innezuhalten.

Die Farben des Sonnenuntergangs und die kulinarische Vielfalt der Insel
Die Sonnenuntergänge auf Gili Air sind von außergewöhnlicher Schönheit. Jeden Abend zog es mich wie magisch an den Weststrand. Die rote Sonne versank langsam hinter dem Horizont und tauchte das Meer und den Himmel in ein Meer aus Gold und Rot.

Selbst als die Sonne ganz verschwunden war, konnte ich mich nicht vom Strand trennen. Das Nachglühen am Himmel und die fernen Silhouetten der Berge boten einen majestätischen Anblick. An diesem Meer mit seinen faszinierenden Farben zu stehen und das sanfte Rauschen der Wellen zu spüren, hinterließ einen tiefen Eindruck.

Als ich auf der Suche nach einem Abendessen war, sah ich vor einem Restaurant frisches Rindfleisch, das sauber in einer Vitrine präsentiert wurde. Ich konnte nicht einfach vorbeigehen, ging hinein und bestellte ein dickes Steak mit feiner Holzkohlenote. Das zarte und saftige Fleisch schmolz förmlich im Mund und ließ die Müdigkeit des Tages im Nu verfliegen.

Am nächsten Abend besuchte ich ein Fischrestaurant direkt am Strand. Das Konzept war einfach: Man wählte aus den frisch auf Eis präsentierten Fischen seinen Favoriten aus, und ein Mitarbeiter legte ihn direkt vor Ort auf den Grill.

Der perfekt gegrillte Fisch wurde auf einem Bananenblatt serviert. Außen knusprig und innen wunderbar saftig, verströmte er einen herrlichen Duft. Zusammen mit Limette, Sambal-Sauce und warmem Reis war dieser aromatische Fisch ein absoluter Genuss.

Begegnung mit einer Meeresschildkröte und die Rückkehr in den Alltag
Da die Insel so klein ist, kann man morgens nach Osten laufen, um den Sonnenaufgang zu erleben, und abends nach Westen spazieren, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ich atmete die frische Morgenluft ein, ging zum Oststrand und ließ die Energie der über dem Horizont aufsteigenden Sonne auf mich wirken.

Gili Air ist weltberühmt fürs Schnorcheln mit Meeresschildkröten. Nur etwa 30 bis 50 Meter vom Strand entfernt erstrecken sich farbenprächtige Korallenriffe. Als ich geduldig wartete und das Wasser beobachtete, entdeckte ich eine große Meeresschildkröte, die majestätisch vorbeizog. Direkt daneben schwamm ein außergewöhnlicher Fisch, der sich stolz von der Seite zeigte und elegant seinen Weg fortsetzte.


Am Morgen meiner Abreise schlenderte ich noch einmal in der Nähe des Hafens umher. Selbst der Blick auf den Hafen mit den bunten Booten, die auf dem klaren, transparenten Wasser trieben, war unglaublich malerisch. Gili Air ist eine Insel, auf der jeder Moment wunderschön ist – selbst wenn man nur gedankenverloren spazieren geht und sich umschaut. Ich passierte die belebte Hauptstraße und ging zurück zur Anlegestelle, wo mein Boot wartete.


Ich gehe an Bord des Bootes, das mich zurück zum Festland bringt, um in meinen Alltag zurückzukehren. Vielleicht wird diese Erfahrung erst dadurch so besonders, dass es einen Alltag gibt, in den ich zurückkehren kann. Mit einem erfüllten Herzen geht es jetzt nach Hause!

