Koh Rong, Kambodscha: Eine Aufzeichnung von 3 friedlichen Tagen
Ich kam nach Kambodscha im Rahmen eines KOICA-Projekts. Meine Aufgabe war es, ein Flugverkehrskontrollsimulator zu bauen – eine ziemlich trockene Angelegenheit. Aber man kann ja nicht nur arbeiten. Also nutzte ich ein paar freie Tage, um die geschäftige Hauptstadt Phnom Penh zu verlassen und in die südliche Ferienregion Sihanoukville zu reisen. Von dort aus ging die Reise weiter zu meinem eigentlichen Ziel.

In Sihanoukville stieg ich in ein Schnellboot und fuhr eine weitere Stunde. Als das Boot, das weiße Schaumspuren hinterließ, langsamer wurde, tauchte eine Insel mit dichter grüner Vegetation und einfachen Holzhäusern vor mir auf. Es war Koh Rong. Als ich den ersten Schritt auf den Pier setzte, spürte ich sofort, dass dies ein kleines Utopia für Menschen auf der Suche nach Frieden war.


Erst als ich die Insel betrat, wurde mir klar: Hier gab es weder Internet noch Mobilfunkempfang. Ich war kurz überfordert, aber bald überkam mich ein Gefühl der Erleichterung. In dem Moment, als ich mein Smartphone weglegte, begann die eigentliche Reise. Mein Blick richtete sich auf die Landschaft vor mir, meine Gedanken konzentrierten sich ganz auf mich und meine Begleiter. Dieses klare Gefühl, als ob unnötige Dinge weggespült würden, war so lange nicht mehr da.

Am nächsten Tag wachte ich spät auf und verließ mein einfaches Gästehaus. Als ich die Tür öffnete, kitzelte der feine Sandstrand sofort zwischen meinen Zehen. Auf dieser Insel gab es keinen Grund, Schuhe zu tragen. Allein das Gefühl des weichen Bodens unter meinen Füßen machte mich glücklich.
Als die Sonne zu sinken begann, suchte ich mir, wie andere Reisende, einen Platz am Strand. Mit einem kühlen Bier in der Hand und dem rot gefärbten Himmel im Hintergrund schmolz die Müdigkeit meines Körpers dahin. Das Plätschern der Wellen und das leise Lachen der Menschen boten die perfekte Hintergrundmusik.


Ich hörte, dass man, wenn man eine halbe Insel umrundet, von dort, wo man gestern den Sonnenuntergang beobachtete, den Sonnenaufgang sehen kann. Ich zweifelte, aber es stimmte. Am nächsten Morgen, als die Dunkelheit noch nicht ganz gewichen war, stand ich am Strand und sah, wie ein majestätischer Lichtstrahl über den Horizont brach. Der Anblick der aufgehenden Sonne über den friedlich verankerten Fischerbooten war schlichtweg atemberaubend.

Da es sich um eine Geschäftsreise handelte, konnte ich leider nicht lange bleiben. Es war Zeit, nach Phnom Penh zurückzukehren. Ich stieg wieder in das Schnellboot, das die kurze Ruhe hinter mir ließ und die vielen Bedauernswerten der Reisenden aufnahm. Als ich die schrumpfende Insel betrachtete, dachte ich: Manchmal braucht jeder eine Zeit, in der er alle Verbindungen kappt und sich ganz auf sich selbst konzentriert. Koh Rong schenkte mir diese perfekte Zeit.
